• FASTEN FÜR’S IMMUNSYSTEM

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„Heile ein kleines Weh eher durch Fasten als durch Arznei“ – Hippokrates

Fasten stärkt das Immunsystem? Du kennst es vielleicht: Du bist krank, hast eine Erkältung, Fieber oder Entzündungen im Körper und fühlst dich gar nicht wohl. Das letzte was du jetzt möchtest, ist etwas essen. Am liebsten würdest du den ganzen Tag nur im Bett liegen und schlafen, bis die Schmerzen vorüber sind. Vielleicht bekommst du grade so eine Suppe oder eine Banane runter, aber hast ansonsten gar keinen Appetit.

Dein Körper ist schlau! Er braucht die verbleibende Energie, um die Krankheitserreger zu bekämpfen. Die Verdauung kann für den Körper aber eine sehr anstrengende Beschäftigung sein. Ein kranker Körper braucht also Entlastung von diesem Verdauungsvorgang , da es sonst länger dauert, bis du wieder gesund wirst.

Es gibt leider bisher nicht viele Studien, die sich mit dem Thema Fasten als Stärkung für das Immunsystem beschäftigen. Ein paar wenige habe ich jedoch gefunden und auch Ärzte, die diese Fastenpraxis zur Heilung und Stärkung des Immunsystems mit zahlreichen Patienten erfolgreich praktiziert haben.

Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2014 von Dr. Valter D. Longo und seinem Team der University of Southern California hat beispielsweise herausgefunden, dass Fasten einen regenerierenden Effekt auf die Zellen des Immunsystems haben. Das Ergebnis der Studie war, dass der Körper während des Fastens versucht, Energie zu sparen, indem er Immunzellen, die gerade nicht benötigt werden oder beschädigt sind, erneuert.

Aber nochmal einen Schritt zurück: Was passiert denn eigentlich beim Fasten? Es geschehen viele verschiedene Sachen, die für den Körper vorteilhaft sein können.

Das kennst du vielleicht noch aus dem Biologieunterricht: Solange wir Nahrung in Form von Kohlenhydraten, Proteinen (Eiweißen) oder Fetten zu uns nehmen, kann der Körper daraus Energie gewinnen. Insbesondere die Kohlenhydrate werden zu Glucose umgewandelt – der liebste Powerstoff unseres Körpers. Die überschüssige Glucose, die Körper gerade nicht braucht, wird umgewandelt in Glykogen und in der Leber oder im Fettgewebe gespeichert. Unsere Glykogenspeicher sind nach etwa 14 bis 24 Stunden (auch abhängig davon, wie viel Energie wir in diesem Zeitraum verbrauchen) geleert, wenn wir nichts essen – also fasten.

Dann greift der Körper auf die gespeicherten Energiereserven zurück. Es wird Fett abgebaut, indem der Körper daraus Ketonkörper bildet, die entzündungshemmend- und wachstumshemmend den Stoffwechsel beeinflussen und Energie liefern. Dadurch wird auch die Bildung einiger Antikörper gebremst. Moment – ist das dann nicht schlecht, wenn wir weniger Antikörper in uns haben, die für die Immunabwehr verantwortlich sind? Nein, zumindest nicht bei gesunden Menschen oder Menschen mit Allergien oder Autoimmunerkrankungen (die zu viele Antikörper im Körper tragen).Weil gleichzeitig die Belastung für den Körper durch die zu verdauende Nahrung wegfällt, verbessert sich die Abwehr unterm Strich bei richtigem Fasten.

Welche Vorteile hat das Fasten denn?

Durch die selbe Studie hat Dr. Longo auch herausgefunden, dass sich die Anzahl der weißen Blutkörperchen zunächst während des Fastens verringert. Die Aufgabe dieser weißen Blutkörperchen (auch Leukozyten genannt) ist es vorallem Krankheitserreger abzuwehren. Beginnt man wieder zu essen, vermehren sie sich wieder. Es werden also alte, weniger leistungsfähige Leukozyten abgebaut und dafür viele neue leistungsstarke Leukozyten gebildet. Durch die Reduktion dieser Immunzellen während des Fastens, werden die Stammzellen verstärkt dazu angeregt neue Zellen zu bilden. Wir regenerieren also unsere Zellen und geben unserem Körper so eine Verjüngungskur.

Zusätzlich kommt es zum Eiweißabbau. Aber keine Angst, das heißt nicht, dass eure Muskeln abgebaut werden. Im Gegensatz zu Kohlenhydraten und Fetten kann der Körper die Proteine, die er benötigt selbst herstellen und zwar aus Aminosäuren (daraus besteht unsere DNA). Ein Überschuss an Proteinen ist gar nicht so gut für den Körper, da die nicht benötigten Aminosäuren in Ammoniak und dann in Harnstoff umgewandelt werden. Dieser Prozess ist sehr aufwendig für den Körper und kostet Energie. Der Arzt Lothar Wendt sprach vom Abbau pathologischer Eiweißspeicher beim Fasten und damit einer Verbesserung des immunologischen Gleichgewichts.

Was passiert noch?

Vielleicht hast du schon mal was davon gehört, dass der Darm unser zweites Gehirn ist oder dass unsere Gesundheit zu großem Teil von unserer Darmgesundheit abhängig ist (weil du Darm mit Charme gelesen hast :P). Tatsächlich umfasst unser Verdauungstrakt etwa 80 % des menschlichen Immunsystems. Ganz schön viel! Durch die Entlastung des Magen-Darm-Trakts während des Fastens wird die Schleimhaut und besonders die Darmschranke aktiviert. Unsere Ernährungsweise hat also einen erheblichen Einfluss auf unsere Gesundheit und Abwehrkräfte.

Ein weiterer Vorteil ist natürlich, dass wir ein bisschen abnehmen beim Fasten, denn unsere Kalorienaufnahme liegt bei Null und dennoch verbrauchen wir Energie. Wie weiter oben schon erwähnt werden außerdem Fettspeicher abgebaut. Studien haben auch nachgewiesen, dass Menschen mit Übergewicht tendenziell häufiger erkranken. Auch wichtig: das Gewicht, das wir verlieren sind Abfallstoffe, Schlacken, Toxine, also alles Dinge, die wir gar nicht brauchen. Sie werden im Fett gespeichert, wenn Leber und Nieren mit der Entgiftung überfordert sind. Beim Fasten und somit beim Abbau des Fettes zur Energiegewinnung (wie weiter oben beschrieben) werden diese Stoffe dann in die Blutbahn abgegeben und später ausgeschieden. Deshalb hilft die Gewichtsreduktion und Entwässerung auch unser Immunsystem zu stärken.

Auch findet durch das Fasten eine Veränderung im Hormonhaushalt statt. Prof. Dr. Gerald Hüther von der Universität Göttingen hat zum Beispiel in einer Studie herausgefunden, dass sich der Anteil des Stresshormons Cortisol während des Fastens um die Hälfte verringert. Zusätzlich steigt etwa ab dem dritten Tag der Serotonin-Spiegel im Blut, wodurch wir gute Laune bekommen. Insgesamt hat das Fasten positive Effekte auf die psychische Verfassung und damit auf das Immunsystem. Körper und Geist sind nun mal nicht voneinander getrennt, sondern beeinflussen sich gegenseitig. Die mentale Gesundheit ist für ein starkes Immunsystem entscheidend, weshalb Angst und Panik eher kontraproduktiv sind, um Krankheitserreger abzuwehren.

Das sind alles Infos, die ich bei meiner Ausbildung zur ganzheitlichen Ernährungsberaterin und bei der Recherche im Internet zusammengetragen habe. Für uns funktioniert es sehr gut und es gibt auch viele Menschen, die mit Fasten gute Erfahrungen gemacht haben in Bezug auf ihr Immunsystem. Für gesunde Menschen ist es also eine gute Möglichkeit, das Immunsystem zu boosten. Dennoch ist es wichtig, bei chronischen Krankheiten oder schweren Erkrankungen einen Arzt (der sich mit dem Thema Fasten etwas auskennt), einen Fastenberater oder einen Naturheilkundler zur Beratung und Unterstützung heranzuziehen. Beim Fasten solltest du nämlich einige Dinge beachten und nicht einfach so von heute auf morgen das Essen weglassen. Bitte nimm das nicht auf die leichte Schulter und setze dich vorher gut mit dem Thema auseinander!

Ich hoffe wir konnten dir einen guten Einlick geben. Falls du noch Fragen hast, kommentiere gerne hier direkt unter den Beitrag oder schreib uns eine Nachricht per Mail oder Instagram/Facebook!

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, das zu lesen!

Liebe Grüße

Sonia und Lars

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